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ADTWin 1.3




Inhalt

Einleitung
Voraussetzungen
Download
Installation
Deinstallation
Testfunktion
Anfertigen des Kabels
ADTWin Hilfe
Verwendung von High-Density-Disketten
Verwendung des internen Amiga-Laufwerks
Bekannte Fehlerursachen
Lizenz
Haftungsausschluss
Kontakt
Links

Einleitung

ADTWin ist ein kostenloses Programm zum Schreiben von Amiga-Disketten von einem PC aus. Es erfordert einen Windows PC mit paralleler Schnittstelle sowie ein Diskettenlaufwerk, welches durch ein selbst herzustellendes Kabel (eine detaillierte Beschreibung folgt weiter unten) an die parallele Schnittstelle angeschlossen wird. Der Disketteninhalt muss als Amiga Disk File vorliegen (es gibt jede Menge ADFs mit Amiga-Spielen und anderer Software im Internet, siehe Abschnitt Links). Nur das originale Double-Density Amiga-Diskettenformat (für 880kB Disketten) wird unterstützt (es können aber HD-Disketten benutzt werden). Der Schreibvorgang ist ungefähr so schnell wie auf dem Amiga (≈40s pro Diskette, geeignete PC Hardware vorausgesetzt). Es ist nicht möglich, Disketten zu lesen.

Der Hauptanwendungsfall von ADTWin ist wohl, Amiga-Software (die als ADF auf dem PC verfügbar ist) auf einem älteren Original-Amiga, z.B. dem Amiga 500, zum Laufen zu bringen. Es gibt einige andere nichtkommerzielle Lösungen (Infos im Netz, siehe Abschnitt Links), wie z.B. die Verwendung von PC-formatierten Disketten oder eine direkte Kabelverbindung zum Datenaustausch zwischen PC und Amiga. In einigen Situationen sind diese Methoden möglicherweise besser geeignet.
Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass ADTWin den parallelen Port in einer Weise verwendet, für die er eigentlich nicht vorgesehen ist, und deshalb nicht auf jedem System funktioniert. Wenn man aber glücklicherweise die passende Hardware besitzt und ggf. die Bekannten Fehlerursachen berücksichtigt, funktioniert ADTWin ziemlich gut und ist sehr schnell.


ADTWin Fenster


Voraussetzungen

Die folgende Liste zählt auf, was benötigt wird, um Amiga Disketten auf einem PC mit ADTWin zu schreiben.

Download

ADTWin 1.3 für Windows XP/Vista/7/8.1/10 32bit/64bit: ADTWin_1.3.zip

MD5: D1A86501ED1C3F7B2889BC205F87F84C   Was ist das?

Installation

Eine Installation ist nicht notwendig. Nach dem Entpacken der Download-Datei kann ADTWin.exe einfach gestartet werden. Allerdings müssen zuvor, abhängig von der Windows-Version und Systemkonfiguration, ggf. einige Konfigurationseinstellungen geändert werden, damit ADTWin ausgeführt werden kann. Dies wird im Folgenden beschrieben.
Um eine Verknüpfung zu ADTWin auf dem Desktop anzulegen, können Sie ADTWin.exe auf den Desktop ziehen und beim Loslassen der Maustaste Strg und Umschalt gedrückt halten.

Prozessorkerne deaktivieren

Falls ADTWin auf einem Mehrkern-System ausgeführt wird, müssen alle bis auf einen Kern deaktiviert werden. Andernfalls kann ADTWin während des Schreibvorgangs durch die Aktivitäten der anderen Kerne gestört werden, was zu fehlerhaftem Disketteninhalt führen kann. ADTWin zeigt eine Warnung bei jedem Start, wenn mehr als ein Kern aktiv ist. Das Deaktivieren von Prozessorkernen kann entweder über die BIOS-Einstellungen erfolgen oder indem die Windows-Konfiguration wie folgt geändert wird (dafür müssen Sie als Administrator angemeldet sein):
  1. Windows XP: Klicken Sie den Windows Start Knopf, klicken Sie auf Ausführen..., geben Sie "msconfig" in das Eingabefeld ein und drücken Sie die Eingabetaste. In msconfig wählen Sie den Reiter BOOT.INI an, klicken auf Erweiterte Optionen..., aktivieren das /NUMPROC= Kontrollkästchen und wählen 1 aus der Dropdown-Liste.
    Windows Vista/7: Klicken Sie den Windows Start Knopf, geben Sie "msconfig" in das Eingabefeld ein und drücken Sie die Eingabetaste. Möglicherweise müssen Sie eine Sicherheitsabfrage bestätigen. In msconfig wählen Sie den Reiter Start an, klicken auf Erweiterte Optionen..., aktivieren das Prozessoranzahl Kontrollkästchen und wählen 1 aus der Dropdown-Liste.
    Windows 8.1/10: Bewegen Sie den Mauszeiger in die untere, linke Bildschirmecke, drücken Sie die rechte Maustaste, wählen Sie Ausführen, geben Sie "msconfig" in das Eingabefeld ein und drücken Sie die Eingabetaste. In msconfig wählen Sie den Reiter Start an, klicken auf Erweiterte Optionen..., aktivieren das Prozessoranzahl Kontrollkästchen und wählen 1 aus der Dropdown-Liste.
  2. Ein Neustart ist notwendig, um die Änderung wirksam werden zu lassen.

Signaturzwang abschalten (für 64-Bit-Editionen von Windows Vista oder späteren Versionen)

Um direkt auf den parallelen Port zugreifen zu können, muss ADTWin einen eigenen Gerätetreiber ausführen. Die 64-Bit-Editionen von Windows, beginnend mit Windows Vista, verhindern allerdings das Starten von Treibern, die nicht durch eine kommerzielle Zertifizierungsstelle signiert wurden. Um diese Sicherheitseinrichtung zu umgehen, können Sie entweder für die aktuelle Sitzung das Erzwingen der Treibersignatur deaktivieren oder dauerhaft den Testmodus aktivieren. Andernfalls kann ADTWin den notwendigen Treiber nicht installieren und wird mit einer Fehlermeldung abbrechen. Beachten Sie, dass dadurch eine gewisse Sicherheitslücke auf Ihrem System geöffnet wird und in diesem Zustand kein nicht vertrauenswürdiges Programm ausgeführt werden sollte, das möglicherweise einen unsignierten Treiber startet.

Als Administrator ausführen

Um in der Lage zu sein, einen eigenen Treiber zu starten, muss ADTWin mit Administrator-Rechten ausgeführt werden. Dazu muss ADTWin von einem Administratorkonto aus gestartet werden. Unter Windows Vista/7/8.1/10 müssen darüberhinaus vor dem ersten Start noch folgende Schritte durchgeführt werden: Öffnen Sie mit einem Rechtsklick auf ADTWin.exe das Kontextmenü und wählen Sie Eigenschaften. Öffnen Sie dann den Reiter Kompatibilität, aktivieren Sie die Option Programm als Administrator ausführen und klicken Sie auf OK. Jetzt erhält ADTWin Admin-Rechte, wann immer es gestartet wird. Windows wird Sie dennoch bei jedem Start von ADTWin fragen, ob Sie zulassen möchten, dass durch ADTWin Änderungen an Ihrem Computer vorgenommen werden, was zu bestätigen ist. Tatsächlich nimmt ADTWin allerdings keine Änderungen vor, außer (vorübergehend) einen Geräte-Treiber zu installieren.

Skript für komprimierte ADFs einrichten (optional)

Wenn ADTWin in der Lage sein soll, komprimierte ADFs (z.B. .zip- oder .lha-Dateien) zu verarbeiten, muss ein geeignetes Dekomprimierungsprogramm (z.B. 7-zip) installiert sein und ein Windows Batch-Skript mit dem Namen "Extract.bat" im ADTWin-Verzeichnis zur Verfügung gestellt werden. Ein Muster für ein solches Skript ("Extract.template") ist in der ADTWin Download-Datei enthalten. Für weitere Details siehe die Kommentare darin. Wenn das Skript vorhanden ist, können komprimierte ADFs genauso wie normale ADFs zur Dateiliste hinzugefügt werden.

Deinstallation

Um ADTWin vom System zu entfernen, ist sicherzustellen, dass ADTWin nach der letzten Ausführung sauber beendet wurde. Ggf. ist noch der Testmodus zu deaktivieren (siehe oben). Dann kann einfach das ADTWin-Verzeichnis gelöscht werden. Vergessen Sie nicht, die Prozessorkerne wieder zu aktivieren, falls erforderlich.

Testfunktion

Bevor man sich die Mühe macht, das spezielle Kabel anzufertigen oder ein Diskettenlaufwerk anschafft, sollte der Hardware-Test von ADTWin ausgeführt werden: Nach dem Start von ADTWin.exe und, falls erforderlich, der Auswahl des richtigen LPT-Anschlusses, einfach den "Test"-Knopf anklicken. ADTWin führt einige Hardware-Tests durch, um herauszufinden, ob das Schreiben von Amiga-Disketten voraussichtlich möglich sein wird oder nicht. Der Test kann allerdings nur einige Aspekte des Diskettenschreibvorgangs abdecken. Auch bei einem positiven Ergebnis ist nicht absolut sicher, dass das Schreiben von Amiga-Disketten auch wirklich funktioniert. Wenn der Test zu dem Ergebnis kommt, dass das Schreiben von Amiga-Disketten nicht oder nur schlecht funktionieren wird, sollte man zunächst die Hinweise im Abschnitt Bekannte Fehlerursachen berücksichtigen. Wenn das Testergebnis dann immer noch negativ ausfällt, ist das Schreiben von Amiga-Disketten auf diesem System nicht möglich.


Anfertigen des Kabels

Das Diskettenlaufwerk muss mit Hilfe eines speziellen Kabels mit dem parallelen Port des PCs verbunden werden, welches einen 25-poligen D-SUB Stecker an dem einen und einen 34-poligen Pfostenstecker an dem anderen Ende besitzt. So sieht es aus:

Hinweis: Um größere Versionen der Bilder in diesem Abschnitt zu sehen, diese einfach per Drag&Drop in einem separaten Browser-Tab öffnen.

Benötigte Komponenten

Für das Kabel werden vier Teile benötigt:


34-pol. Flachbandkabel

34-pol. Pfostenverbinder

25-pol. D-SUB Stecker

D-SUB Steckergehäuse
Falls der PC keinen Stromversorgungsstecker für Diskettenlaufwerke besitzt, wird außerdem ein Adapterkabel wie dieses benötigt (der hier gezeigte Adapter hat zwei Floppy-Stromversorgungsstecker, benötigt wird nur einer):

Floppy-Stromversorgungsadapter

Falls Sie die erforderlichen Bauteile bei Reichelt bestellen wollen, hier die Bestellnummern: AWG 28-34G 3M, PFL 34, D-SUB ST 25, KAPPE CG25G, AK 3191

Wenn Sie ein Standard-Floppy-Kabel zur Hand haben (aus einem alten PC mit internem Diskettenlaufwerk), das nicht mehr benötigt wird, kann dieses wiederverwendet werden. Einfach einen der Pfostenstecker abschneiden und den D-SUB Stecker anbringen.

Um das Kabel anzufertigen, brauchen Sie natürlich auch noch einen Lötkolben und Lot.

Anschlussbelegung

Hier ist die Verbindungstabelle:

FDD Stecker (IDC) Pin
Parallel Port Stecker (D-SUB) Pin
FDD Funktion
Richtg.
Parallel Port Funktion
118GNDGND
815INDEX
>
ERROR
10 1MOTEA
<
STROBE
12 2DRVSB
<
D0
14 3DRVSA
<
D1
16 4MOTEB
<
D2
18 5DIR
<
D3
20 6STEP
<
D4
2119GNDGND
22 7WDATA
<
D5
2320GNDGND
24 8WGATE
<
D6
2521GNDGND
2612TRK00
>
PE
2722GNDGND
2811WPROT
>
BUSY
2923GNDGND
3010RDATA
>
ACK
3124GNDGND
32 9SIDE1
<
D7
3325GNDGND
3413DSKCHG
>
SEL
Die IDC Steckerpins (bzw. -kontakte) sind gemäß Abbildung 1 nummeriert. Sie entsprechen den Leitungen des Flachbandkabels, Leitung 1 ist rot markiert. Die Nummerierung der D-SUB Pins ist in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 1

Abbildung 2
Steckerpins, die nicht in der Tabelle aufgeführt sind, bleiben unbelegt. Es ist nicht unbedingt notwendig, alle in der Tabelle aufgelisteten Massekontakte zu verbinden. Mindestens eine effektive Masseverbindung ist jedoch erforderlich. Beachten Sie, dass bei einigen Diskettenlaufwerken nicht alle IDC-Kontakte mit ungeraden Nummern auch wirklich mit Masse verbunden sind.
Hinweis: Eine frühere Version dieser Internetseite enthielt eine Verbindungstabelle, in der nur über FDD-Pin 1 eine effektive Masseverbindung hergestellt wurde (Pin 3 ist zwecks Versteckschutz gewöhnlich ausgespart). Wenn es Probleme mit dem nach der alten Tabelle angefertigten Kabel gibt, stellen Sie sicher, dass dieser Pin auf der Platine tatsächlich verlötet ist.

Falsch kodierte Laufwerkanschlüsse

Einige Diskettenlaufwerke besitzen einen Wannensteckeranschluss mit Versteckschutz. Abbildung 3a zeigt die Rückseite eines solchen Laufwerks mit (korrekt) kodiertem Versteckschutz.
Leider sind auch einige Laufwerke mit falsch kodiertem Versteckschutz in Umlauf, wie in Abbildung 3b gezeigt. In diesem Fall kann entweder die Kodierungsnase des IDC Steckers entfernt werden, oder der IDC Stecker wird einfach andersherum am Flachbandkabel angebracht (d.h., bei gleicher Position des IDC wie in Abbildung 1 muss sich die rote Leitung rechts befinden). Bei dem in Abbildung 3b gezeigten Modell ist der Versteckschutz übrigens nicht immer so ausgelegt, wie auf dem Foto zu sehen. Es gibt auch Exemplare, bei denen das Kabel richtig herum gesteckt werden kann.
Andere Laufwerke, wie die in Abbildung 3c und 3d, haben gar keinen Versteckschutz, so dass das Kabel auf zwei Arten gesteckt werden kann. Abbildung 3e zeigt ein Laufwerk mit ausbrechbarer Platinenaussparung, die ggf. entfernt werden muss, um das Kabel richtig herum stecken zu können.
Letztendlich muss der IDC immer so gesteckt werden, dass die markierte Leitung des Flachbandkabels sich links befindet, wenn man das Diskettenlaufwerk von der Rückseite betrachtet.


Abbildung 3a: SONY MPF920-E

Abbildung 3b: MITSUMI D359M3

Abbildung 3c: ALPS DF354H090F

Abbildung 3d: SAMSUNG SFD-321B

Abbildung 3e: TEAC FD-235HF

Löten des Kabels

Da das Erstellen des Kabels etwas kniffelig ist, folgt hier eine schrittweise Anleitung. Zuerst schneidet man das Flachbandkabel auf die gewünschte Länge und bringt den Pfostenstecker (IDC) an einem der Kabelenden an. Wichtig ist, dass die rot markierte Leitung mit Pin 1 des 34-poligen Steckers verbunden wird. Wenn man von der Steckkontaktseite auf den Pfostenstecker blickt, so dass die Kodierungsnase nach oben zeigt, dann muss sich die rot markierte Leitung auf der linken Seite befinden. Siehe Abbildung 1, 4a und 4b.
Achtung: Wenn Ihr Diskettenlaufwerk einen Wannensteckeranschluss mit falsch ausgelegtem Versteckschutz besitzt, dann ist es sinnvoll, den Pfostenstecker genau andersherum anzubringen. Für Details, siehe
oben.


Abbildung 4a

Abbildung 4b

Nun kann das andere Kabelende präpariert werden: Wenn zum Schluss das D-SUB Steckergehäuse montiert werden soll, ist es hilfreich, die inneren Leitungen des Flachbandkabels zu kürzen wie in Abbildung 5 zu sehen. Das ist zwar nicht absolut notwendig, aber da das Kabel später eingerollt werden muss, sollten die äußeren Leitungen länger als die inneren sein.
Nun müssen alle Leitungen auf den letzten 20-30mm vorsichtig separiert und die unbenutzten Leitungen, also Leitungen 2 bis 7, 9, 11, 13, 15, 17 und 19, abgeschnitten werden (Abbildung 6). Zuletzt werden die übrigen Leitungen auf einer Länge von 2mm abisoliert (Abbildung 7).


Abbildung 5

Abbildung 6

Abbildung 7

Jetzt kann das Kabel an den D-SUB Stecker gelötet werden. Zuerst werden die Leitungen 10,12,14,16,18,20,22 und 24 an die Pins 1 bis 8 des D-SUB Steckers gelötet, dann die Leitungen 26,28,30 und 32 an die D-SUB Pins 12,11,10 und 9, sowie Leitung 34 an D-SUB Pin 13 (Abbildung 8). Beachten Sie, dass auf dem Foto die Enden der anderen Leitungen heruntergebogen und nicht zu sehen sind. Die obere Reihe der D-SUB Steckerpins ist jetzt vollständig. Dann werden die Leitungen 21,23,25,27,29,31 und 33 an die D-SUB Pins 19 bis 25 gelötet, sowie Leitung 8 an D-SUB Pin 15 und Leitung 1 an D-SUB Pin 18 (Abbildung 9). Beachten Sie, dass Flachbandkabel und D-SUB Stecker für dieses Foto umgedreht wurden.


Abbildung 8

Abbildung 9

Um das Kabel stabiler zu machen, sollte das D-SUB Steckergehäuse angebracht werden (Abbildung 10). Die unbenutzten, abgeschnittenen Leitungen dürfen nicht mit den Kontakten des D-SUB-Steckers in Berührung kommen. Sollte der Kabelstrang zu dünn sein, um die Zugentlastung fest anzubringen, kann ein aufgerollter Papierstreifen eingelegt werden.


Abbildung 10

Das Kabel ist nun fertig. Es sollte noch überprüft werden, dass alle Verbindungen entsprechend der Tabelle hergestellt sind und es keine Kurzschlüsse gibt.


ADTWin Hilfe

Die Benutzung von ADTWin ist eigentlich selbsterklärend. Ein kurzer Hilfetext (auf Englisch) ist in der Download-Datei enthalten und kann auch hier eingesehen werden.


Verwendung von High-Density-Disketten

ADTWin kann Disketten nur im Double-Density (auch DD oder 2D genannt) Format beschreiben. Abgesehen von den späten Amiga-Modellen, kann der Amiga ohnehin nur DD-Disketten verarbeiten. Da Original DD-Disketten rar sind, wird man stattdessen möglicherweise High-Density-(HD-)Disketten verwenden müssen. Das sollte kein Problem sein. Wird ein HD-fähiges Amiga Floppy-Laufwerk verwendet, um eine HD-Diskette zu beschreiben, dann muss das HD-Loch der Diskette verschlossen werden (z.B. mit einem Stück Klebeband), um das Laufwerk im DD-Modus arbeiten zu lassen (andernfalls läuft das Laufwerk aufgrund des sogenannten "half speed trick" mit der halben Rotationsgeschwindigkeit). Bei einem PC-Laufwerk ist das Verschließen des HD-Lochs zum Schreiben der Diskette in den meisten Fällen nicht notwendig. Beim Lesen der Diskette mit einem HD-fähigen Laufwerk am Amiga (egal ob mit einem originalen Amiga-Laufwerk oder mit einem modifizierten PC-Laufwerk) ist das Verschließen des HD-Lochs allerdings in jedem Fall notwendig.


Verwendung des internen Amiga-Laufwerks

Wer kein 3.5 Zoll Diskettenlaufwerk zur Hand hat (neue PCs haben meistens keines), kann auch das interne Amiga-Laufwerk mit dem PC verbinden und zum Schreiben von Disketten verwenden. Das ist aber eher eine Behelfslösung. Es muss nicht aus dem Amiga ausgebaut werden, aber das Amiga-Gehäuse muss geöffnet werden. Hier ist eine kurze Anleitung für den Amiga 500:
Als erstes wird der obere Teil des Kunststoffgehäuses des Amiga entfernt, nachdem einige Torx-Schrauben auf der Unterseite herausgedreht wurden. Dann wird der Tastaturstecker abgezogen (Steckrichtung merken: die schwarze Leitung ist links) und die Tastatur entfernt. Zum Schluss wird das Oberteil der Metallabdeckung abgehoben (nachdem einige Schrauben entfernt und die Klemmlaschen hochgebogen wurden). Jetzt kann das interne Anschlusskabel des Amiga-Diskettenlaufwerks entfernt und stattdessen das Parallel-Port-Kabel gesteckt werden. Nicht vergessen, vor dem Schreiben einer Diskette in ADTWin den Verbindungsmodus "Amiga drive" auszuwählen und die Stromversorgung des Amiga einzuschalten.


Bekannte Fehlerursachen

Die folgenden Hinweise können bei verschiedensten Problemen im Zusammenhang mit der Benutzung von ADTWin helfen.

Allerdings wird ADTWin nicht auf ALLEN Systemen einwandfrei funktionieren. Wenn die Geschwindigkeit der parallelen Schnittstelle des PCs zu gering ist, kann die für das Schreiben von Amiga-Disketten erforderliche zeitliche Genauigkeit nicht erreicht werden. Eigentlich ist die parallele Schnittstelle ja auch nicht dafür gedacht, ein Diskettenlaufwerk anzusteuern (sondern für den Anschluss eines Druckers, Scanners etc.) und ADTWin arbeitet an der Grenze des (mit einem herkömmlichen parallelen Port) Möglichen.

  1. Wenn das Programm unter Windows XP wegen einer fehlenden DLL nicht gestartet werden kann, stellen Sie sicher, dass Service Pack 2 oder 3 installiert ist.

  2. Wenn es ADTWin nicht gelingt, den parallelen Port zu allozieren, wird es versuchen den "warm polling" Mechanismus abzuschalten. Ältere ADTWin Versionen haben immer sofort versucht, das "warm polling" zu deaktivieren. Falls dies fehlschlägt, kann das gleiche Resultat auch durch folgendes Registry-Skript erreicht werden: DisableWarmPolling.reg
    Einfach die Datei herunterladen, durch Doppelklick öffnen und den sich öffnenden Dialog bestätigen. Dadurch wird ein Eintrag zur Windows Registry hinzugefügt, der den "warm polling" Modus nach dem nächsten Neustart deaktiviert.
    Wenn ADTWin aus dem System entfernt wurde und die "warm polling" Funktion wieder aktiviert werden muss (egal, ob sie automatisch durch ADTWin oder mit obigem Skript deaktiviert wurde), kann dazu dieses Skript heruntergeladen und geöffnet werden: EnableWarmPolling.reg

  3. Wenn ein PCI-Karten-basierter paralleler Anschluss nicht in der Drop-Down-Liste im Port Feld erscheint, ist zunächst sicherzustellen, dass der Treiber der PCI-Karte korrekt installiert ist und der Anschluss im Hardware-Baum des Geräte-Managers unter Anschlüsse (COM & LPT) auftaucht (dieser kann unter Windows XP durch Anklicken bzw. Doppelklicken von Start -> Systemsteuerung -> System- > Hardware -> Geräte-Manager geöffnet werden (bezieht sich auf die klassische Ansicht), unter anderen Windows-Versionen ähnlich).
    Wenn all das zutrifft, aber ADTWin den Anschluss noch immer nicht erkennt, sollte ADTWin von der Kommandozeile (Windows XP: Start -> Ausführen..., dann cmd eingeben, bei neueren Windows Versionen muss eine Administrator Eingabeaufforderung geöffnet werden) gestartet und die (hexadezimale) Basisadresse mit der -port Option explizit angegeben werden, z.B. "ADTWin.exe -port B800". Die Basisadresse ist dem Ressourcen Tab der Eigenschaftenseite des Gerätes (Eigenschaften aus dem Kontextmenü des Gerätes im Geräte-Manager anwählen) zu entnehmen. Es ist der erste Wert in der ersten Zeile mit E/A-Bereich Einstellungen.

  4. Wenn beim Versuch eine Diskette zu Schreiben Fehlermeldungen wie "No disk drive seems to be connected!" oder "Cannot move head to track xy!" auftauchen oder der Motor nicht startet, dann liegt möglicherweise ein Problem mit dem Kabel vor.

  5. Wenn das Schreiben von Amiga-Disketten langsam ist oder die Disketten eine schlechte Qualität aufweisen, oder wenn die Testfunktion vorhersagt, dass dies der Fall sein wird, berücksichtigen Sie bitte die folgenden Maßnahmen.

  6. Bei Benutzung einer Parallel-Port-PCI-Karte: Wenn Lesefehler auf dem Amiga auftauchen, obwohl beim Schreiben der Diskette keine Fehler gemeldet wurden, dann stellen Sie sicher, dass während des Schreibvorgangs keine anderen PCI-Geräte (z.B. eine Audiokarte) verwendet werden. Der Zugriff von ADTWin auf die parallele Schnittstelle kann durch andere Aktivitäten auf dem PCI-Bus gestört werden.

  7. Um den Disketteninhalt nicht zu zerstören, sollte keine Diskette in das Laufwerk eingelegt werden, bevor ADTWin geöffnet und der richtige Port ausgewählt ist, und diese vor dem Ändern der Portauswahl oder dem Beenden von ADTWin wieder entfernt werden.

  8. Wenn sich nach dem Anklicken des Help Knopfes nichts tut, hindert möglicherweise die Firewall ADTWin daran, einen Web-Browser zu öffnen, um die Hilfedatei anzuzeigen. Passen Sie Ihre Firewall-Einstellungen an oder öffnen sie die Datei Help.html im ADTWin-Verzeichnis von Hand.


Lizenz

ADTWin ist für nichtkommerzielle Nutzung kostenlos. Verbreitung, Modifikation oder kommerzielle Nutzung erfordern eine schriftliche Genehmigung des Autors.


Haftungsausschluss

ADTWin wird ohne jegliche Gewährleistungen zur Verfügung gestellt. Der Autor übernimmt keine Verantwortung für durch die Benutzung von ADTWin verursachte Schäden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Hardware-Schäden und Datenverlust.


Kontakt

Um mir eine Nachricht zukommen zu lassen, schreiben Sie an:

Auf Fehler, Uneindeutigkeiten oder fehlende Informationen auf dieser Internetseite können Sie mich gerne aufmerksam machen. Andere Arten von Rückmeldungen sind ebenfalls willkommen.


Links

Bezugsquellen für Amiga Disk Files

The Game Archives Tausende Amiga-Spiele zum Download.
Planetemu Tausende Amiga-Spiele und einige hundert Anwendungsprogramme.
The Old Computer Tausende Amiga-Spiele, einige hundert Anwendungen, Kickstart/Workbench-Disketten und Dokumentationen. Eine kostenlose Anmeldung ist erforderlich.
Amigaland Mehr als hundert Amiga-Spiele für unterschiedliche Chip-Sätze mit Screenshots und Beschreibungen plus viele weitere Informationen und Neuigkeiten über den Amiga.
Amiga Future Einige hundert Amiga-Spiele und Anwendungen für verschiedene Chip-Sätze plus diverse Informationen und Neuigkeiten über den Amiga.
AMI Sector One Mehr als tausend Amiga-Spiele mit Screenshots und Beschreibungen sowie andere Downloads.
The Good Old Days Ungefähr dreihundert Amiga-Spiele mit Screenshots und Beschreibungen.

Ergänzende Programme

ADF Opus Ein Programm zum Erstellen und Bearbeiten von ADF-Dateien auf dem PC. Kann in Verbindung mit ADTWin verwendet werden, um Dateien vom PC zum Amiga zu übertragen, indem aus den Dateien einfach mit ADF Opus eine ADF-Datei erstellt und diese dann mit ADTWin auf eine Amiga-Diskette geschrieben wird.

Andere Methoden zum Lesen / Schreiben / Transferieren von Amiga-Disketten

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Transfer AmigaPC Beschreibung, wie Amiga-Disketten mit Hilfe eines Nullmodem-Kabels vom/zum PC übertragen werden können.
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Paradise Ein Programm zum Lesen/Schreiben von Amiga-Disketten und Übertragen der Disketten-Images über eine parallele Verbindung. Dieses Programm ist auch in dem o.g. Hombre-Paket enthalten. Es erfordert ein selbst hergestelltes Parallel-Port-Kabel.
A.S.T. Amiga PAGE Programme, um ADFs zwischen PC und Amiga über ein Nullmodem-Kabel zu übertragen.



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